13.02.2015

Exkursionen in Leipzig und Kyffhausen

Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.

 Johann Wolfgang von Goethe


 

Während die meisten Teilnehmer des Gedenkmarsches am 16.01.2015 in Magdeburg nach dessem Ende wieder die Heimreise antraten, entschieden Mitglieder der JfP zusammen mit befreundeten Kameraden aus dem Kreis Steinburg bereits im Vorfeld, für weitere Exkursionen, in der Region zu bleiben. Schließlich war der 16.01. ein Freitag und somit hatten wir mindestens bis Sonntag Nachmittag Zeit die Umgebung zu erkunden. Zunächst fuhren wir im Anschluss der erfolgreichen Gedenkveranstaltung zu einer am Magdeburger Stadtrand gelegenen Pension um dort zu nächtigen. Am nächsten Morgen nahmen wir noch eine kleine Stärkung am eher bescheidenden Frühstücksbuffet zu uns, packten unsere Sachen ins Auto und dann ging es auch schon los. Nach knapp 1,5 Stunden Autofahrt erreichten wir unser 1. Tagesziel- das Völkerschlachtsdenkmal in Leipzig.

 

Das Völkerschlachtsdenkmal wurde zwischen 1898 und 1913 nach den Entwürfen des Architekten Bruno Schmitz erbaut und soll an die Völkerschlacht im Jahre 1813 erinnern. In der Völkerschlacht standen sich aus fast ganz Europa über 500.000 Soldaten auf den Schlachtfeldern um Leipzig gegenüber. Mehr als 110.000 Menschen verloren durch die blutigen Kämpfe, oder danach durch Hunger und Seuche, ihr Leben. Verbündete Heere aus Preußen, Österreich, Russland und Schweden errangen im Rahmen der Befreiungskriege den entscheidenden Sieg über Napoleons Streitmacht auf deutschem Boden.

 

Auf über vier Hektar erstreckt sich der, auf den Brennpunkt des damaligen Kampfgeschehens erbaute, Denkmalkomplex. Mit 91 Metern Höhe gehört das Denkmal zu den größten Europas und ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Leipzigs. Bereits aus der Ferne wirkte das Denkmal bereits sehr imposant. Besonders beeindruckte uns die schöne Spiegelung im "See der Tränen um die gefallenen Soldaten". Doch wollten wir das Denkmal nicht nur von außen betrachten. Ziel war natürlich die Plattform. Um diese zu erreichen mussten jedoch erst einmal 500 Stufen, auf immer enger werdenden Wendeltreppen überwunden werden. Die in der Kuppeldecke abgebildeten 324 fast lebensgroßen Reiter, die vom Boden aus betrachtet allerdings sehr winzig erschienen, gaben uns schon eine Vorahnung, dass der Weg nach oben nicht ganz ohne körperliche Anstrengungen erfolgen würde. Dabei kamen wir auch an den vier 9,5 Meter hohen "Statuen der Totenwächer", die die Personifikationen der Tugenden des deutschen Volkes in den Befreiungskriegen (Tapferkeit, Glaubensstärke, Volkskraft, Opferbereitschaft) darstellen, vorbei. Natürlich hätten wir auch den Aufzug benutzen können, aber jeder von uns hatte genug Ehrgeiz auch zu Fuß die höchste Ebene des Denkmals zu erreichen. Zwar war der ein oder andere ein wenig aus der Puste, doch die Mühen haben sich gelohnt. Endlich auf der Plattform angekommen, konnte ein wenig verschnauft- und gleichzeitig die herrliche Aussicht über die Stadt Leipzig genossen werden. Nach unserem Abstieg, gingen wir gegen 14 Uhr gemeinsam ins "Parkrestaurant zum Völkerschlachtsdenkmal".

 

Erneut gestärkt fuhren wir zur 2. Etappe unserer Exkursion. Dafür fuhren wir ins 80 Autominuten entfernte Kyffhäuser um das "Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal auf dem Kyffhäuser"- so der offizielle Name- zu erkunden. Durch den Volksmund wird es gewöhnlich mit Kyffhäuser-Denkmal abgekürzt. Das Denkmal wurde zu ehren von Kaiser Wilhelm I. 1890 bis 1896 errichtet und ist mit seinen 81 Metern Höhe, nach dem Leipziger Völkerschlachtsdenkmal und dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica, das drittgrößte in Deutschland. Entworfen wurde das Monumentaldenkmal, wie das Völkerschlachtsdenkmal in Leipzig, ebenfalls von Bruno Schmitz. Bevor wir auch dieses Denkmal, mit seinem 57 Meter hohen Turm bestiegen, kamen wir an dem Sockelbereich und der darin befindlichen 6,5 Meter hohen aus Sandstein gemeißelten Figur Friedrichs I. vorbei.

 

Darüber erblickten wir eine 11 Meter hohe Kupfertreibarbeit eines Reiterstandbildes Kaiser Wilhelms I. Um nun in die Kaiserkrone zu gelangen galt es weitere 247 Stufen zu meistern, aber wir waren an diesem Tag ja schon mehr gewohnt. So scheuten wir uns auch nicht dieses Aufstieges und wurden mit einem fantastischen Lanschaftspanorama belohnt. Als die Dämmerung einsetzte, machten wir uns auf den Rückweg. Zuvor betrachteten wir noch die Reste der Reichsburg Kyffhausen. Besonders beeindruckend der Blick in den dazugehörigen Burgbrunnen der mit 176 Metern der tiefste Burgbrunnen Weltweit ist.

Nach der Erkundung des zweiten sehr Imposanten Denkmals, stand an diesem Tage die letzte Autofahrt an. Nach etwas mehr als einer Stunde erreichten wir in einer kleinen Gemeinde nahe Erfurt, eine weitere, diesmal wesentlich komfortablere, Pension. Dort meldeten wir uns an, machten uns frisch und bestellten ein Taxi. Damit fuhren wir dann ein Dorf weiter, wo wir uns in einer Gaststätte mit befreundeten Kameraden aus der Umgebung trafen. Bei gemütlichen Bier, sowie guter Gesellschaft ließen wir uns bis kurz nach Mitternacht nieder.


Auf dem Rückweg hatten wir noch eine sehr heitere Begegnung mit vier "Männern", welche scheinbar auch nicht aus der Region kamen. Sofort fielen uns an ihren Mützen die "Antifaschistische Aktion" und "Nazis Raus" Buttons auf. Scheinbar hatten wir es mit der sogenannten Antifa zu tun, die uns wohl nicht erkannt hatte oder auch nicht erkennen wollte. Schließlich waren sie nicht in Überzahl. Trotzdem sprachen sie uns an. Aber lediglich um nach dem Weg zu fragen. Zusätzlich bat man uns ein Taxi zu rufen, da nur einer der vier "Antifaschisten" ein Mobiltelefon mit leerem Akku dabei hatte. Ein zufällig den Gehweg passierender Fußgänger hatte zwar ein Telefon dabei, kannte aber keine Taxinummer. Völlig verzweifelt beschlossen die orientierungslosen "Widerstandskämpfer" die sonst so verhasste Polizei um Hilfe zu beten. Nach dem "Notruf" brach der hilfsbereite Passant nach Hause auf und wir wollten es ihm gleichtun. Die vier "Widerständler" trotteten bedröppelt zurück Richtung wärmende Bank, als einer der "Genossen" es nicht für nötig hielt eine kleine, zugefrorene Pfütze zu umgehen. Auf dieser rutschte er umher, bis die Schwerkraft den etwa drei sekündigen "Eistanz" beendete. Dabei verletzte sich der "antifaschistische Aktivist" offensichtlich am Knie und humpelte die letzten Meter auf einem Bein in das Geldinstitut. Lachend setzten wir den Rückweg fort und dachten an die Randgesänge beim Magdeburger Gedenkmarsch: "Ihr seid sooo lächerlich..."

In diesem Sinne wünscht die JfP dem "Eistänzer" und den anderen drei "Widerstandskämpfern" sofortige geistige Genesung!







Gez. Karl-Heinz
Pinneberg den 13.02.2015


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