21.06.2010

Sommersonnenwende 2010

Wie jedes Jahr zur gleichen Zeit war es wieder soweit. Die Tage wurden länger, die Nächte kürzer. Vieles wurde beschritten, was nun hinter sich gebracht und neues soll aufgehen, was durch die Asche des Feuers zur Blüte verschafft.

Zur diesjährigen Sommersonnenwendfeier machten wir uns bereits am frühen Vormittag auf den Weg. Vorbei an Bargteheide, wo wir noch an einer Kundgebung anlässlich gewalttätiger Übergriffen linker Menschenverächter teilgenommen haben (Hier der Bericht), machten wir auf halber Strecke einen gastfreundschaftlichen Zwischenstopp, bei dem unsere Mannschaft mit Nudeln und Beilagen aus heimischem Anbau verpflegt wurden.

Als uns dann zum späten Nachmittag an einem Ortsschild, geschmückt mit schwarz/weiß/roten Luftballons in Sichtweite kam, schwante uns schon, dass dieses Dorf zumindest eine homogene Bevölkerung aufweisen musste. Neben der mit Kopfsteinen bepflasterten Straße standen etliche alte Häuser und Höfe, die zum Teil im Urzustand sind oder restauriert wurden. Es gab weder Polizeipräsenz, noch anderweitige Störungen und es konnten sich in Frieden etwa 400 Menschen einfinden. Ob Greis oder Kleinkind, kurze Harre, lange Haare, Famlien oder Einzelkämpfer, Rocker oder Trachtenträger – Es gab kein „oder“, nur eine große Gemeinschaft!
Jeder, der Teil dieses Festes sein wollte, brachte eine Gabe mit. Entlang der Dorfstraße war in 20m Länge auf Tischen somit alles ausgelegt, was das Herz begehrte. So gab es etliche Kuchen, ganze 2 Lämmer in gebratenen Portionen, alles an Fleisch und Würsten, Salate, Getränke (alkoholfrei bis das Sonnenwendfeuer entfacht wird) und vieles mehr. 2 Räucheröfen sorgten für frisch geräucherten Fisch, die Feldküche für eine deftige Suppe. Wer etwas wollte, nahm es sich einfach, da Geld ein Fremdwort an diesem Tag war. Man erlebte hautnah, was Kameradschaft und Volksgemeinschaft bedeute. Während die einen aßen oder sich unterhielten, spielten die Kinder auf ihrer Hüpfburg, im Stroh, sprangen Trampolin oder fuhren mit Rasenmähern und Buggys über die Felder und durch die Gegend. Am Schießstand mit Pfeil und Bogen oder Luftgewehren konnten Trophäen ergattert werden oder man entspannte sich am See gemütlich beim Bootfahren und Angeln. Für jeden war etwas da und das auch im musikalischen Sinne; so sorgte es von Kinder und Volkliedern über Gitarre, Gesang und Rechtrock für eine stimmungsvolle Atmosphäre.

 
Als dann zur Abendstunde ein letztes Mal der Traktor den 10m langen Anhänger vollgepackt mit jubelnden Kindern durch das Dorf zog, nahmen alle Menschen auf dem Dorfplatz Stellung. Mit einer Fackel in jeder Hand ging es begleitet von dumpfen Trommeln in Viererreihen auf das Feld zur Feuerstelle, um diese in einem großen Kreis alle Menschen dem rituellen Schauspiel folgten und lauschten, bei dem das Sonnenwendfeuer ausgerufen wird. Dazu erklangen im großen Chor einige alte Lieder, worauf das Gehölz durch alle Fackeln in Feuer entfacht wurde. Im Kreis durchschritt nun das große, 8 Liter fassende Methorn, wo zu jedem Schluck ein Jeder einen Spruch ausrufen konnte. Somit wurde Altes verbrannt und Neues entfacht und die Feier ging in den dunklen Abend hinein, wo am lodernden Sonnenwendfeuer Liedermacher (darunter Gitarrist von HKL) ihr Bestes von sich gaben und für eine Stimmung sorgten, die alle zum mitsingen und feiern bewog. Je später es wurde, umso heiterer die Stimmung bis die ersten sich entweder im Stroh einnisteten, gemütlich auf der Veranda Geschichten erzählten und den Abend ausklingen ließen oder sich ruhig auf den Heimweg begaben.

So kamen wir erst spät in der Nacht wieder in unser Pinneberg zurück, zwar erschöpft, aber beeindruckt von diesem ereignisreichen Tag und in der Hoffnung, dass wir im nächsten Jahr noch mehr Mitmenschen zeigen können, was es heißt, Kameradschaft und Volksgemeinschaft nicht nur zu preisen, sondern auch zu leben.



 Gez. Johnny Bravo


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