22.02.2011

Dresden, welch ein Spektakel

Am 19.02.2011 sollte dieses Jahr wieder der große Zug durch Dresden statt finden, für die Freiheit und das Recht, seine Meinung frei außern zu dürfen. Für das Recht, auf die Verbrechen der Alliierten aufmerksam machen zu dürfen. Doch wie letztes Jahr versank die Veranstaltung in Chaos und Gewalt und wurde ein Spiegelbild der degenerierten Zustände dieser Gesellschaft.

Was war geschehen? Wie Tausende andere unserer Kameraden begannen wir unseren Zug mit 120 Mann am frühen morgen. Während unser Konvoi mit 2 Bussen startete, so schlossen wir uns an kommenden Autobahnraststätten zu einem Konvoi knapp 20 Bussen zusammen mit dem Ziel, geschlossen nach Dresden zu gelangen. Sobald die Autobahn an der Ausfahrt Dresden – Südvorstadt verlassen wurde, geleiteten uns verschiedene Einheiten (BFE, Bundespolizei samt Hundertschaften, Mega, MAEX) in einen Kessel, in dem über 1000 Kameraden in ihren Bussen etwa 3 ½ Stunden ausharren durften. Ein Ausbruch war nicht möglich, da verteinerte und reaktionslose, gar menschenleere Polizeihülsen die Busse umstellten, Ausgänge versperrten und jedwedes Bedürfnis wie etwa die Verrichtung der Notdurft, mit Schlagstockeinsatz und Pfefferspray verwehrten.
Als sich die Situation immer weiter anspannte und man uns dort nicht ewig festhalten konnte, entschloss die Polizeieinsatzleitung uns etwa 2km zu einem Alternativveranstaltungsort zu geleiten. Als unser Konvoi wieder stoppte, sprangen diesmal sofort alle Kräfte aus ihren Bussen und formierten sich auf der Straße. Es ging sofort etwa 200 Meter nach vorn, wo wir uns mit 2 weiteren Demonstrationsblöcken, welche bereits stundenlang durch Dresden marschierten, vereinigen konnten.Nach diesen 200 Metern war allerdings für die nächsten 3 Stunden wieder Schluss, da die Marschroute durch Polizei und Gegendemonstranten gesperrt wurde und jegliche Bewegung unsererseits unterbunden werden sollte. Es gelang zumindest, den erneuten Kessel, in dem wir uns nun befanden, zu erweitern. Seitenstraßen wurden eingenommen und der Zugang zu unseren Bussen wieder hergestellt, was uns eine relative Bewegungsfreiheit einräumte, aber nicht ohne unverhältnismäßig grober polizeilicher Gewalt von statten ging. Nach dem Einbruch der Dunkelheit und mehrstündigem Katz- und Mausspiel mit der Polizei ging es in einem stattlichen Polizeikonvoi von tatsächlich unzähligen Einsatzfahrzeugen über eine für uns komplett gesperrte Autobahn aus Dresden Richtung Norden. Wer den Aussagen von Radio und Polizei bis dahin Glauben schenkte, es würde an Einsatzkräften mangeln, es würde einen Notstand geben und man könnte nicht für Sicherheit oder Räumung von kleinen Barrikaden sorgen, dem zauberte es bei dem Anblick hunderter funkelnder Polizeifahrzeugen ein ironisches, höhnisches Lächeln ins Gesicht.


Lieber Kamerad in Dresden,

enttäuscht hast du dich auch aus Dresden zurückgezogen, fühlst dich wie ein Verlierer, bist wütend auf die Polizei, ihre Falschaussagen und Inkompetenz. Dein Versammlungsrecht konnte nicht durchgesetzt werden. Doch sei ehrlich zu dir selbst: Glaubst du wirklich, dieses System hatte nur das mindeste Interesse, eine gewaltige Aktion durchzusetzen, welche die Wurzel ihrer Existenz angreift? Das System fürchtet die Aufarbeitung der Geschichte, fürchtet dass der Deutsche wieder zu seinen Wurzeln zurückfindet, denn wenn er das tut, wird dieses System untergehen und logischerweise versucht es das zu verhindern. Mittlerweile ist das System an einem Punkt angekommen, in dem es hilflos um sich schlägt, doch ein Lebewesen welches in Todesangst um sich schlägt, ist um so gefährlicher und ungemütlicher. Ohne die Hilfe von krimineller Energie, von Rechtsbruch und Gewalt war der friedliche Marsch, welcher sich von Jahr zu Jahr vergrößerte, nicht mehr aufzuhalten. Das System musste sein eigenes Gericht zum Puppentheater erklären, seine eigene Exekutive zur Farce und zum Sündenbock erklären und sich der Lakaien bedienen, welche Recht, Ordnung und Demokratie für Parolen gegen Missliebige halten, jene Werte die es heute um so mehr preist. Warum musste das System das tun? Du hast doch nur im Bus gehockt, warst kein Stück zur Gewalt bereit und warst diesmal mit weniger als die Hälfte der Kameraden vom letzten mal anwesend… Die Antwort ist gerade zu simpel; in diesen Bussen und an Millionen Fernsehern in der BRD sind Menschen zu finden, deren Gedankengut darin besteht, frei zu denken und den Lügen des Systems und seiner Lakaien keinen Glauben zu schenken. Busse voller Freigeist standen in Dresden. Gedanken, welche weder mit Schlagstockeinsätzen noch mit Wasserwerfern zu bändigen sind. Gedanken, welche das Geleit von einer Polizeiarmee brauchten, die bis zum Horizont reichte, damit sie nicht nach außen drangen. Doch dieser letzte verzweifelte Versuch kehrte sich ins Gegenteil und du kamst dir vor wie Busse voller Elvis, Papst und Obama zusammen. Der Marsch war gar nicht nötig, drei Stunden im Bus hocken und drei Stunden im Kessel waren völlig ausreichend um Dresden in Verzweiflung zu bringen. Wütend solltest du nicht auf den “Aufstand der (Un)Anständigen” und nicht auf die Polizei sein, sondern auf jene Kameraden, die sich zuhause verkrochen, weil sie keine Lust auf das Ungemach des Kessels und der Ungewissheit des Ausgangs dieses Tages hatten. Jene, die nur auf Widerstand Lust haben, welcher vom verhassten System genehmigt und verteidigt ist. Echter Widerstand ist hart. Und hart muss nicht unbedingt bedeuten, dass er schmerzhaft ist. Manchmal ist er einfach nur langweilig, aber auch Langeweile muss man ertragen können, wenn man ein wahres Ziel vor Augen hat. Die Repression hat unseren Marsch zur stinkenden Langeweile gemacht, da diese viel mehr als Adrenalin an den Kräften zehrt, doch würden alle Aktionen ohne Repression geschehen, dann hätten wir etwas falsch gemacht… Ob diese Repression erfolgreich war, bestimmst nur du mit deinem zukünftigen Handeln.


Hochgeschätzter Gegendemonstrant,

Gratulation zu deiner gelungenen Aktion in Dresden. Dein Ziel ist erreicht, der Aufmarsch in Dresden hat nicht stattgefunden. Nur die Gedanken, die du so fürchtest, schwirrten durch die Stadt und immer noch durch ganz Europa. Das System der BRD, welches du angeblich hasst, hat diese ehrwürdige Stadt zu deinem Spielplatz gemacht. Im Rausch konntest du Sachwerte in Millionenhöhe zertrümmern, die verhassten “Cops” angreifen und dir durch sinnfreie Straßenblockaden ein Gefühl des “antifaschistischen Kämpfers” kaufen. Du konntest Krieg spielen. Krieg, für dich Lebensessenz, obwohl du immer das Gegenteil behauptest (logisch bei einer Linguistik, in der mehr als alles andere die Vorsilbe “Anti” vorkommt), doch unfähig bist ohne den Konflikt zu agieren. Du verherrlichst den Weltkrieg und seine Verbrechen mit Parolen wie “Bomber Harris do it again!” oder “Alles Gute kommt von oben”. Diese geschmacklosen Parolen sind nur Zeugnisse für eine destruktive Geisteshaltung, welche zu Konstruktivität und Kreativität nicht fähig ist. Deine Ideologie hat weder Inhalte, noch einen schöpferischen Willen. Sie ist der Parasit an höheren Ideen, der Paroxysmus dieses System. In ihren letzten Zügen jedoch ist eine Krankheit am intensivsten und sie geht mit ihrem Wirt unter, das solltest du niemals vergessen. Das ist dann nicht deine Schuld, denn deine Geisteshaltung ist nur das logische Ergebnis von Umerziehung und Manipulation. Du feierst einen Sieg in einem Krieg, welcher nicht statt gefunden hat, mit einem Gegner, den du gar nicht gesehen hast. Geschweige denn, dass du wüsstest, welches Ziel dieser verfolgt. Dieser Halorausch zieht sich durch deine gesamte Ideologie. Verrate doch mal, glaubst du wirklich deine lächerlichen Straßenblockaden wären ein Hindernis für eine bis an die Zähne bewaffnete Polizeiarmee? Wäre es nicht viel logischer, dass sie Ausrede des Systems waren, die Versammlungsfreiheit zu verwehren? Hältst du es für wahrscheinlich, das randalierende Minderjährige, die Privateigentum zerstören und unter Aufsicht der Polizei stehen einen Aufmarsch von “Neonazis” aufhalten. Jene, denen du das Dämonendasein und die höchste Stufe der Skrupellosigkeit unterstellst? Wäre es nicht viel einleuchtender, dass das System dich missbraucht hat um sensationslüsterne Schlagzeilen aus propagandistischen Gründen in die etablierte Presse zu bringen? Im höchsten Grade des Narzissmus lobst du deinen zivilen Ungehorsam. “Ziviler Ungehorsam…” so, so. 1989 gab es schon einmal etwas, das man so nannte. Der Unterschied zu deinem zivilen Ungehorsam war, dass dieser zivile Ungehorsam vom System bekämpft und gefürchtet und nicht wie in deinem Fall vom System gefordert und unterstützt wurde. Mit dieser Logik musst du auch glauben, dass Hitler Graf von Stauffenberg posthum das Ritterkreuz für seine Tapferkeit verliehen hat. So wird aus dem zivilen Ungehorsam vielleicht ziviler Gehorsam, wie ihn die BRD sich nur wünschen kann. Am 19. Februar 2011 hat dein Herr dich von der Leine gelassen und dich auf das gehetzt, was er am meisten fürchtet und du warst gehorsam. Vielleicht denkst du über diese Ungereimtheiten nach oder du knutscht wieder dein eigenes Spiegelbild, bis du ertrinkst. Das liegt innerhalb deines freien Willens und sei dir sicher, in der Illusion deiner Fantasie bist du für jeden deiner Feinde ungefährlicher, so viel ist sicher. Bedenke, der Knecht des Himmelsherrschers Cherubin Michael, besaß sein Existenzrecht nur durch die Renitenz seines gefallenen Bruders Luzifer. Mit dessen Vernichtung wäre auch Michaels Existenzrecht erloschen. Aber wie wir alle wissen, existieren beide bis zum heutigen Tag in der Seele der Menschen. So ist es auch bei dir, du kannst deinen erklärten Feind niemals besiegen, denn das würde deine Existenz sinnlos machen und aufheben. Also viel Glück bei der Vernichtung deiner Lebensessenz.


Sehr geehrter Polizist der Bundesrepublik,

es war sicher ein anstrengender Tag, der 19. Februar 2011. Du solltest eine Aktion von “Neonazis” schützen, eine Aktion von Linksextremisten in Schach halten und die Fahne des Rechtsstaates dabei gebührend hoch halten. Nichts davon hast du geschafft. “Neonazis” sitzen missgelaunt in ihren Bussen und weisen dich auf dein rechtswidriges Verhalten hin, rote Chaoten marodieren durch die Stadt und legen diese in Schutt und Asche, verletzen über achtzig deiner Kollegen, viele davon schwer und schwadronieren von Kriminalisierung durch die Polizei. Und wer trägt die Schuld? Du natürlich! Obwohl du dich an alle Richtlinien, die dein Herr dir befohlen hat, gehalten hast, obwohl du durch deine Jahre lange Erfahrung wusstest, dass sie völlig sinnfrei waren. Du wurdest gezwungen, Menschen in Bussen einzusperren, auf alte Leute einzuschlagen und Menschen hundertfach zu nötigen. Du hast an die Rechtsgültigkeit der Judikative geglaubt und musstest miterleben, wie sie durch das eigene System zur Lächerlichkeit deformiert wurde und jetzt erlebt du, wie deine eigenen Befehlshaber deine mentale Enthosung und Bloßstellung als Musterbeispiel an Zivilcourage feiern. Jene, die dich als “Scheißbullen”, “Nazi” und “Faschist” bezeichnen, dich anspucken und mit Steinen bewerfen, musst du den Weg frei knüppeln, trotz deines Wissens, dass dieses Verhalten rechtswidrig ist und das diese, die dich als Hindernis sehen, sich kaum darüber im Klaren sind, dass du ihr einziger Schutz bist. Denn ihre Ideologie liegt im Verwesen und kann nur noch mit Gewalt erhalten werden, durch deine Gewalt! Man hat die Hilflosigkeit in deinem Gesicht gesehen als du die Anweisung erteiltest, nicht auf die Toilette zu gehen und mit Notlügen für deinen Herren in der Verteidigung deines Handels agiert hast. In den Medien bist du als Paradebeispiel der Inkompetenz angeprangert und noch dazu ist dein Sonnabend völlig verdorben. Rechtshüter denke nach, ob das die Rechtsgüter sind, die du zu verteidigen gedenkst!

Gez. Spence, Hannibal & Johnny Bravo

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