21.12.2012


Geweihte Nächte und Julfest

 

 

Nun ist es wieder soweit. Das Jahr neigt sich dem Ende zu, seit Oktober grinsen uns die Schokoweihnachtsmänner aus den Kaufhaus – und Discounterregalen an und aus dem Fernseher, Radio oder PC schreit es ungeniert nach hemmungslosem Konsum. Manch einer lässt sich von dieser Stimmung mitreißen und läuft nach einem harten Arbeitstag mit Schweißperlen auf der Stirn durch die Paläste der Einzelhändler um noch die letzten Qualitätsartikel der Massenproduktion, für so viele Euros mehr als sie wert wären, zu erstehen. Von der Weihnachtsstimmung bekommt dieser Bundesbürger nichts mit, denn er ist viel zu beschäftigt den ungeheuren Drang nach Konsum von Kindern, Verwandten oder Kunden zu befriedigen. Oh ja, er ist froh wenn das Fest der Ruhe vorüber ist, denn dieses Fest steht im Zeichen des hemmungslosen Konsums und des Schacherns…

 

 

Das weiß auch jener andere Bundesbürger, welcher den „wahren“ Geist Weihnachtens erkannt hat. Er ist es leid jedes Jahr den kitschigen Weihnachtsbaum zu schmücken, die „bucklige Verwandtschaft“ zu besuchen, auf „heile Welt“ zu machen und sein letztes Geld für überteuerten Tand auszugeben, sowie selbst unbrauchbaren Kram geschenkt zu bekommen. Er hat schon seit langem seinen Flug in ein tropisches Paradies gebucht und freut sich einzig und allein darauf, sich auf einem Liegestuhl am Pool eines Luxushotels zu aalen. Außerdem ist das Wetter doch um so vieles schöner. Lieber Palmen, anstatt Weihnachtsbäume…

 

Beide Bundesbürger haben etwas gemeinsam. Beide haben sich ein uraltes Vermächtnis aus vergangener Zeit einfach wegnehmen lassen, bzw. es gegen seelenlosen Abfall eingetauscht. Das Julfest, die Wintersonnenwende, die geweihten Nächte oder wie man diese Zeit auch benennen mag, waren ursprünglich mal, das Fest der Liebe, Geborgenheit, der Aufmerksamkeit, der Gemütlichkeit, der Dankbarkeit und der Ruhe. Unsere Vorfahren aus längst vergangener Zeit, lange vor Christus, vor Rom und vor dem Weihnachtsmann, feierten damals den Beginn eines neuen Zyklus (sowie die Mayas am heutigen Tag), die längste Nacht des Jahres war vorbei und somit fingen die Tage an wieder länger zu werden. Bald würde die verehrte Sonne wieder kehren und für Gedeihen und Wärme sorgen. Doch nicht nur die Sonne, auch die Bäume wurden verehrt, als Spender für Wärme, Obdach, Trost und Ruhe. Unsere Vorfahren glaubten in den Bäumen die Seelen ihrer Ahnen. In den geweihten Nächten kam man zusammen, teilte das was man in den warmen Monaten erarbeitet hatte, besang die Vorfahren und besann sich auf das was man hatte; Familie, Gemeinschaft und Ruhe: Jene ursprünglichen Werte dieser Zeit.

 

 

Die oben beschriebenen Bundesbürger können über unsere Vorfahren nur lachen: „Heilige Bäume? Die machen mich auch nicht reich“ oder „Wärme bekomme ich genug an der Costa de Sol“, würden diese wohl sagen, denn ihr einziges Heiligtum sind bedruckte Papierscheine. Wahrscheinlich geht es ihnen damit besser als unseren Vorfahren zu dieser Zeit des Jahres. Sie haben sich beide dem Zeitgeist ergeben und das heilige Erbe unserer Ahnen freiwillig einer seelenlosen Konsummaschinerie geschenkt. Weihnachten als eine Erfindung Coca Colas, was für ein Frevel…

 

Doch hinter allem steht die Freiwilligkeit. Es liegt an jedem selbst, ob dieses Fest in den Klauen von Materialisten gerät oder ob man es festhält und so feiert wie es ihm gebührt. Die Jugend für Pinneberg hat sich für das letztere entschieden und daran kann uns keine noch so schrill kreischende Werbung hindern. Die geweihten Nächte gehören unseren Vorfahren und nicht dem beklagenswerten Zeitgeist.

 

Wir wünschen allen, besonders unseren Gegnern, ein besinnliches Weihnachtsfest, sowie ein gesundes neues Jahr!

 


 



Gez. Jugend für Pinneberg

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