04.08.2012


Pussypunks gegen den Schurkenstaat

„Richtet nicht, auf das ihr nicht gerichtet werdet, denn mit welchem Gericht ihr richtet, mit dem werdet ihr gerichtet werden und mit welchem Maß ihr messt mit dem werdet ihr gemessen werden und nur der der ohne Sünde ist werfe den ersten Stein.“

-Johannes Evangelium, Kapitel 8-

Pussy Riot heißt die Antwort auf Putins Despotie. In den Massenmedien des alliierten Machtbereiches genießen sie Märtyrerstatus. Sie berichten von martialischer Strafe, Nahrungsmittel- und Schlafentzug, sowie von Folter. Derart horribele Geschichten machen die liberalen Demokratien des Westens natürlich aufmerksam auf das Treiben der Konkurrenz im Osten. Denn wenn diese liberalen Demokratien etwas nicht ausstehen können dann ist das die Einschränkungen von Grundrechten wie Glaubens und Bekenntnisfreiheit, Freiheit der Person oder der künstlerischen Freiheit, denn diese Grundrechte sind es, welche die liberale Demokratie hochhält und dessen Grundpfeiler sie darstellt, zumindest in ihrer Selbstdarstellung… 

Deswegen erklärt sie sich solidarisch mit den Punkgirls von Pussy Riot, welche ihren Respekt vor dem Grundrecht der Glaubens –und Bekenntnisfreiheit Ausdruck verlieh in dem sie den Glauben orthodoxer Christen in deren Kirche musikalisch „kritisierte“, ebenso ihren Respekt vor der Person Putins, welche sie ebenso „kritisierte“. Leider verstand der russische Staat in dieser Beziehung keinen Spaß und die rebellischen Girls wanderten in den Justizpalast. Vielleicht sollte sich Putin hier mal ein Beispiel an der Bundesrepublik Deutschland nehmen. Die BRD nämlich begrüßt jedwede Kritik, die musikalisch an ihr geübt wird und unterstützt dieses Engagement an der eigenen Politik, deswegen sitzt auch kein Musiker oder Kritiker der BRD, welcher Missstände auf seine eigene Art und Weise zur Sprache bringt im Gefängnis.

Moment mal… Stimmt das denn wirklich? Saß nicht auch schon mal ein bekannter Sänger im Gefängnis der BRD? Richtig! Der bekannte Musiker Lunikoff durfte 1000 Tage in einer wunderschönen deutschen JVA verbringen. Und warum? Nun er stellte sich nicht in eine Moschee um seine Kritik an einer aggressiven Islamisierung auszudrücken, nein, seine Inhalte waren nur für die Menschen zugänglich welche an seinen Anschauungen interessiert waren. Dennoch wurde seine Band als kriminelle Vereinigung eingestuft und er durfte 3 Jahre lang in einer Zelle schmoren. Das ist im Übrigen historisch einmalig, selbst die Despoten des Mittelalters hatten nicht solche Angst vor politischen Kapellen…

Doch nun wird jeder überzeugte Bundesrepublikaner natürlich zu dem Schluss kommen, dass das bei „uns“ natürlich etwas anderes ist als in Russland: Denn anders als das Land der Russen hat die BRD eine „streitbare Demokratie“, was nichts anderes heißt als das die BRD berechtigt ist gegen Kritik vorzugehen; denn Kritik an der BRD ist die Disputation der liberalen Demokratie (da ja die BRD der Inbegriff der Demokratie ist) und somit völlig indiskutabel. Der“ freieste Rechtsstaat der je auf deutschen Boden“ hat es ganz einfach nicht nötig sich mit seiner Infragestellung auseinanderzusetzen. Und schließlich ist Kritik an Islam und Mosaismus doch etwas völlig anderes als Kritik am orthodoxen Christentum, oder nicht?

Lange Rede, kurzer Sinn. Ohne Zweifel ist es ein Zeichen von Schwäche eine Mädchenband aufgrund ihrer politischen oder weltanschaulichen Ansichten zu inhaftieren. Doch diese Kritik sollte nicht von jenen kommen, die erstens dasselbe mit ernstgemeinten Kritiken und ihren Apologeten machen und zweitens, für sich selbst das Monopol in Anspruch nehmen auf diese Art und Weise handeln zu dürfen und im gleichen Atemzug den Konkurrenten dafür maßregeln. Die BRD bzw. generell die Potentaten des alliierten Machtbereiches sind offenbar ganz groß darin vermeintliche Dissidenten der verhassten „Schurkenstaaten“ zu verherrlichen, heißen sie nun Timoschenko, Aiweiwei oder auch wie in diesem Falle Pussy Riots. Und seien sie auch nur Dissidenten, weil sie ihre Steuern nicht bezahlt haben…

 

Gez. Hannibal     

hannibal@jugendpinneberg.de

 

 

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