06.06.2013


Das geheimnisvolle Reich der Megalithiker



„Seh ich die Werte der Meister an, So leb ich das was sie gethan; Betracht ich meine Siebensachen, Seh ich, was ich hätt sollen machen.“

-Johann Wolfgang von Goethe – Demuth-


Jene schöpferische Energie, welche den Dichterfürsten Goethe durchzog und seine epochalen Werke wie „Faust“ oder „Ephigenie auf Tauris“ entstehen ließ, war auch jene Energie welche die griechische Akropolis oder den Kölner Dom emporsteigen ließ. Ein unglaublicher Schaffensdrang beseelt die Menschen des europäischen Schlages schon seit Urzeiten und ihre Zeugnisse sind für jenen sichtbar der Willens ist sie zu erkennen. Die ältesten uns bekannten Zeugnisse dieser Art, sind die Anlagen der rätselhaften Megalithiker oder Megalith (Großstein) – Kultur. Experten rätseln schon seit der Antike um ihre Entstehung und Bedeutung. Einige sehen sie als Vorgänger der Pyramiden an, noch kühnere Geister bringen sie mit dem sagenhaften Inselreich Atlantis in Verbindung und wieder andere ziehen eine astrologische, ja gar außerirdische Herkunft in Betracht. Sicher kann man sich nur über eines sein: Der Keulenschwingende, steinzeitliche Barbar ohne Sprache und Schrift, welcher uns von unseren Mainstreammedien präsentiert wird, kann nicht der Erbauer sein. Unsere europäischen Vorfahren konnten weit mehr als ihnen die Schulwissenschaft zutrauen mag.

Sonnenobservatorium in
Goseck Sachsenanhalt.
Überall in Europa finden wir sogenannte Megalithgräber, Dolmen, Menhire (aufgestellte Obeliskähnliche Steine) und Großsteinanlagen. Eine der bekanntesten dieser Großsteinanlagen ist das britische Stonehenge in Wiltshire. War es ein Sonnenobservatorium, eine Grabstätte oder ein Kultplatz? Vielleicht alles drei zusammen? Man tappt im Dunkeln. Doch nicht nur England verfügt über derartige Schätze, auch die französische Bretagne bietet wahre Tempel der Megalithkultur, wie den Cairn von Gavrinis oder die geheimnisvollen Steinreihen von Carnac. In Deutschland wiederum finden wir in Goseck das älteste uns bekannte Sonnenobservatorium der Welt. Eine Anlage, welche fast auf den Tag genau, die Wintersonnenwende, Sommersonnenwende, das Frühlingsfest und den Sommerbeginn voraussagen kann und das seit dem Jahre 4700 vor Christus. Auch verschiedene astronomische Phänomene lassen sich von dort aus am Firmament beobachten. Viele weitere Funktionen werden von fleißigen Archäologen untersucht. Eine Art kleinere Version einer solchen Gestirnbeobachtungsanlage stellt wohl die bronzezeitliche Himmelsscheibe von Nebra dar, über deren Bedeutung noch viel spekuliert wird.

Schalenstein von Bunsoh
Schleswig Holstein.
Weniger spektakulär, doch ebenso beeindruckend sind die unzähligen Dolmen oder Megalithgräber, welche wir überall in Europa finden. Ganz in unserer Nähe, im kleinen Dorf Bunsoh bei Albersdorf, Schleswig Holstein finden wir den Schalenstein. Der Schalenstein ist eine sehr schöne Großsteinanlage, auf dessen Deckstein wir verschiedene Symbole wie ein Keltenkreuz, welches wahrscheinlich älter ist als jeder Kelte finden, aber auch einen Handabdruck eines unserer Vorfahren, der sich vor etwa 5000 Jahren dort verewigte. Heute können wir unsere Handfläche in die unseres Ahnen legen und spekulieren welchen Zweck er damit verfolgte.

Megalithgrab in
Langeneichstädt
Doch nicht nur in Europa, nein auch im weit entfernten Asien, wo die Ainu zuhause sind, und selbst in Amerika sind finden wir die Werke der Megalithiker. Vielleicht ein Beleg dafür, dass die Megalithiker lange vor Kolumbus, Leif Eriksson und den Phöniziern dem Atlantik trotzten oder über das damals noch festländische Beringia (heute das Beringmeer/ die Beringstraße) überquerten und nach Amerika gelangten. Wir wissen es nicht, so wie wir vieles aus unserer Vergangenheit nicht wissen oder wissen wollen.

Dolmengöttin in
Langeneichstädt
Sachsen Anhalt.
Unsere Vorfahren sind rätselhaft bis zum Schluss, doch beweisen derartige Anlagen doch eines sehr wohl: Ohne Wissen über Physik, Statik, Astronomie/Astrologie, Geologie und Mathematik wären diese Bauten nie entstanden. Ebenfalls ist ein komplexes soziales Gefüge nötig um eine Zusammenarbeit (denn schließlich wird nicht einer allein diese Werke vollbracht haben) in diesem Ausmaß zu ermöglichen. Die Megalithiker bauten für die Ewigkeit, sowie Goethe für die Ewigkeit schrieb und Wagner für die Ewigkeit komponierte. Dies sind nur wenige Beispiele für die schöpferische Energie dieser Menschen, deren Ursprung aller Wahrscheinlichkeit nach im eisigen Norden Europas zu suchen ist. Sie beweisen den ungestümen Glauben an die Ewigkeit, so wie dem Bedürfnis seinen Ahnen einen Teil dieser schaffenden Kraft zu hinterlassen. Somit widerlegen schlagend die schulwissenschaftliche Mär des „Ex Oriente Lux“ – „Das Licht (die Kultur) kam aus dem Orient“.

Doch gibt es diesen Schaffensdrang noch heute? In unserer Zeit wirkt er wie eingeschlafen. Unsere Gesellschaft baut nicht für die Ewigkeit, sondern zum Wegwerfen. Das einzige was hier für die Ewigkeit gedacht ist sind jene Baustellen auf Autobahnen oder in Innenstädten, sowie Protzbauten gleich dem Berliner Flughafen BER, der Hamburger Elbphilharmonie oder dem Stuttgarter Bahnhof 21 – Ewige Baustellen mit babylonischer Sprachverwirrung, welche gar nicht den Zweck haben fertig zu werden. Nicht gebaut aus dem Bedürfnis zu schaffen, sondern um zu raffen. Die Gier ist hier die treibende Kraft. Der Durchschnittsbürger sieht in Megalithanlagen nur einen Haufen Steine, freut sich viel mehr über sein I-Phone mit dem er das Foto seines letzten Stuhlganges seinem Kumpel schicken kann. Dennoch hält er sich für fortschrittlicher als den Steinzeitmenschen, welcher auch ohne Internet mehr über die Sterne, seine Umwelt und seine Ahnen wusste als der verblendete Neuzeitmensch, welchem so viele Möglichkeiten der Technik heute offen stehen (Dank der Erkenntnisse seiner Vorfahren). Was hätte ein Megalithiker getan, wenn ihm diese Möglichkeiten offen gestanden hätten? Was wird man in 5000 Jahren von unserer doch so „hochentwickelten Kultur“, welche aus Plastik besteht, finden?

Das Potential zum Schaffen ist bestimmt nicht tot, wie so viele Wunder um uns herum beweisen, doch es muss neu erweckt werden. Schaffen um des Schaffens Willen wird die Menschen weiter bringen als Schaffen um des Raffens Willen.

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