23.09.2016

Unsere Kultur stirbt…

„Kultur ist der Sieg der Überzeugung über die Gewalt.“

-Platon-

 

 

„Deutschlands Zukunft ist bunt“ hört man dieser Tage oft. Von überall kommen neue Mitbürger herbei und bringen allerleih neue Errungenschaften mit. Auch die Deutschen ändern sich, werden tolerant und liberal, hängen nicht mehr an „erzkonservativen Dogmen und Rudimenten“. Wozu brauchen wir Kultur, wenn wir Multikultur haben können? Wenn man es so betrachtet, könnte man tatsächlich glauben dass unsere Kultur ein Laster wäre, von dem es sich zu trennen gilt. Aber hält diese oberflächliche Aussage einer echten Prüfung stand? Was ist überhaupt Kultur? Und was sind diese „erzkonservativen Elemente“, von denen man uns so beharrlich zu trennen versucht?

Kultur ist das schöpferische Vermächtnis eines jeden Volkes. In der Kultur steckt wie in der Abkunft und Sprache die Seele des Volkes. Diese Seele sollen wir nun wie in einem Ramschverkauf verhökern, um uns neue bunte Konsumgüter zugänglich zu machen… Wer ist es überhaupt, der sich für Seelen im Ausverkauf interessiert? Nun diese Antwort kennt jeder, der nur ein wenig von Metaphorik versteht. Kultur ist auch die Verpflichtung und Inspiration unserer Vorfahren. Ein in Geld nicht aufzuwiegendes Gut. Kultur ist immer schöpferisch/erschaffend, alles was zerstörerisch ist, in dem es Menschen und andere Wesen durch lächerliche Glaubensvorstellungen quält, demütigt und als gering erachtet, gehört nicht in die Kultur, sondern in die degenerierte Unkultur.

Kultur ist aber auch unsere Lebensart, das was wir als Wert und Norm erachten. Wenn man heute einen Durchschnittsbundesrepublikaner nach Deutscher Kultur befragt, wird er wenn überhaupt irgendetwas über Currywurst, Ordnung und Pünktlichkeit erzählen. Andere sind tatsächlich der Meinung wir Deutschen hätten gar keine Kultur, da wir nicht wie vielleicht andere Völker hochreligiös oder Zeremonien und superheiligen Riten interessiert sind. Doch ist das alles? 1000 Jahre Deutsche Geschichte für Currywurst und pünktlich bei der Arbeit sein?

Selbstverständlich würde es den Rahmen sprengen alle kulturellen Errungenschaften des Deutschen Volkes und seiner Vorfahren aufzuzählen und diese zur Multikultur abzugrenzen. Nehmen wir zum Beispiel den Vergleich echter Deutscher Kultur zur bundesrepublikanischen „street-culture“ also einem Bereich der Multikultur: Albrecht Dürer (1471-1528) schuf Bilder wie „Ritter, Tod und Teufel“, die wir noch heute ehrfürchtig bestaunen, aufgrund ihrer Mannigfaltigkeit an Details und Aussagekraft, selbst 600 Jahre später. Kann ein Graffiti-Sprüher dies auch in Anspruch nehmen? Kann sich ein heutiger Glasbau mit dem Kölner Dom messen? Selbstverständlich nicht und da offenbart sich ein weiterer Aspekt wirklicher Kultur: Die Ewigkeit. Die wahre Kultur ist für die Ewigkeit geschaffen, zumindest für die Ewigkeit des schöpferischen Volkes. Wie gebannt stehen wir heute vor Stonehenge, der Festung Königstein oder den Pyramiden von Giseh?

Doch was interessieren den Bundesbürger diese altbackenden Zeugnisse einer vergangenen Zeit wenn die Bundesliga läuft? Konsum ist doch viel wichtiger als alte Steine…

Sicherlich sind diese abstrakten Kulturelemente nicht jedermann geistig zugänglich, aber kann er deswegen auf deutsche Kultur verzichten? Er hat doch den Wohlstand, wozu Kultur wenn man doch Wohlstand hat? Ja viele Deutsche haben ein schlechtes Gewissen, weil sie so viel von diesem Wohlstand haben und andere sind so arm. Gutmenschen heben mahnend den Finger und erinnern daran wie dankbar der Michel sein muss zufällig in diesem reichen Land geboren zu sein… Doch woher kommt dieser Reichtum und Wohlstand der Deutschen? Ist er wie der Gutmensch anscheinend glaubt als Mana vom Himmel gefallen oder liegt es daran dass der Deutsche mehr als ein Drittel seines Lebens auf der Arbeit verbringt und sie weder für Siesta noch fürs Mittagsgebet unterbricht? Ja, auch die Beziehung zum Schaffen, zum Arbeiten eines jeden Volkes wird von der Kultur des Volkes bestimmt. Ohne die „lästige“ Deutsche Kultur wäre der angenehme deutsche Wohlstand nicht möglich…

 

Doch noch ein viel wichtigerer Aspekt als der Wohlstand wird durch die Kultur bedingt: Die Glückseligkeit des Volkes. Heute leben wir in einer Zeit der Niedergeschlagenheit, der Langeweile und der Sinnlosigkeit. Unsere Beziehungen halten, wenn überhaupt, nur wenige Jahre, danach sind wir wieder unglücklich. Der Partner trennt sich, weil er Lust auf „Neues“ hat, was bei uns heißt „besser“, „Neu ist immer besser“ so das Motto dieser Zeit. Auch die Familie scheint ein überholtes Model zu sein, sie gehört zu jenen „erzkonservativen Elementen“ von denen uns die Herren der „schönen neuen Welt(ordnung)“ zu trennen versuchen. An die Stelle der Familie tritt das sogenannte Patchwork; zu Deutsch Flickwerk. Doch was ist Flickwerk? Aus verschiedenen, zerstörten Teilen, wird ein einziges weniger haltbares Notbehelfsstück zusammen geflickt, natürlich nur bis man etwas Besseres wieder hat… Ist das der Ersatz für unsere Familien? Haben wir als Kinder nicht alle davon geträumt so zu sein wie Oma & Opa oder Mama & Papa? Wenn wir uns verlieben träumen wir nicht dann davon dass es so ist wie in der romantischen Literatur. Liebe statt Pragmatismus? Romantik ist eine Deutsche Literaturepoche…

 

Wollen wir wirklich Familie, Wohlstand und Identität gegen billige Konsumgüter eintauschen? Wollen wir nicht mehr sein als nur gesteuerte Produzenten und Konsumenten? Wollen wir unseren Kindern und Kindeskindern nur Schulden und marode Baustellen hinterlassen mit der Aufschrift „Uns ging es gut!“?

 

Die neue bunte Welt ist eine Mogelpackung, aufgeschwatzt von einem schmierigen Vertreter welcher seinen Fuß in unsere Türe steckt und nur an unserem Geld interessiert ist. Fragen wir ihn wenn diese Welt so schön ist, woher kommt der Hass, die Gewalt, die Aggression, Burnout, Borderline und Depression welche unsere Großeltern zu ihrem Glück nicht kannten?

 

Wenn sie so schön ist warum sind dann so viele Menschen unglücklich? Weil…

 

… unsere Kultur stirbt

 

„Sie werden ihre Heimat nicht aufgeben. Und sie machen keinen Deal. Wofür auch? Alkoholfreies Bier und Jeans? Es gibt nichts was sie von uns haben wollen. Alles weswegen man mich hierhergeschickt hat war Zeitverschwendung. Sie verlassen den Heimatbaum nie.“

 -Zitat aus dem Film Avatar-

 

 

 

Gez. Hannibal

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