01.03.2010

Afghanistan
Ein zweites Vietnam?

Strategiewechsel der deutschen Regierung im Kampf um die Vorherrschaft in Afghanistan.

Überall hört und liest man über einen Strategiewechsel der Bundesregierung in Afghanistan um der Lage wieder Herr zu werden. Nach den Äußerungen des Bundesverteidigungsministers zu Guttenberg haben die Taliban wieder an Einfluss zu gewonnen. Diesen Einfluss möchte die Bundesregierung mit Hilfe der afghanischen Sicherheitskräfte Distrikt um Distrikt von Kunduz aus wieder zurück gewinnen.

Was aber heißt das für die Soldaten die dort unten stationiert sind?

Zuerst einmal müssen 500 weitere Soldaten und 50 weitere Polizeikräfte nach Afghanistan geschickt werden. Sie sollen angeblich nur der „Ausbildung“ der afghanischen Sicherheitskräfte dienen. Jedoch zur gleichen Zeit sollen die Soldaten wieder die Nähe mit der dortigen Bevölkerung suchen und im selben Atemzug von ihren Fahrzeugen aus nach verdächtigen Afghanen Ausschau halten.“ Den Auftrag sollen die Soldaten jedoch weiterhin durchsetzten- wenn nötig auch mit Waffengewalt“ so eine Aussage von zu Guttenberg. Wie aber müssen sic Soldaten fühlen die das hören? Wenn doch, sobald sie einen Schuss aus ihrer Waffe abgeben, die Staatsanwaltschaft in Potsdam gleich ein Verfahren wegen Schusswaffengebrauch erhebt und noch dazu die Stimmen in der Bundesrepublik Deutschland gegen den Einsatz wieder lauter werden. Auch sollen mehr und längere Streifen gefahren werden, um der Bevölkerung zu zeigen, daß sie nicht allein mit den Taliban gelassen wird. Ein solches Vorgehen würde jedoch die Soldaten zwingen verschiedene Strecken mehrfach zu bestreifen und somit ein leichtes Ziel für Angriffe abgeben zu müssen.

Ähnlich war es bereits in einem anderen Land als eine imperialistische Macht sich zurückziehen musste, obwohl seine Gegner zu größten Teil aus Bauern und Milizen bestand. Der Abzug der Truppen ging überhastet von statten und die Verbündeten standen plötzlich allein da. Die zugesagte Hilfe konnte man aus politischen Gründen nicht mehr gewährleisten. Die Folgen für die heimkehrenden Soldaten waren Traumas und Missachtung durch ihre eigene Bevölkerung, basierend auf den zahlreichen Kriegsverbrechen, die in diesem Konflikt begangen wurden. Mit diesem Beispiel ist selbstverständlich der Vietnamkrieg gemeint. Die vietnamesischen Milizen hatten während der der Auseinandersetzung jedoch einen riesigen Zufluss aus der Bevölkerung.

Wie möchte die Bundesregierung nun den Strom den es aus der Bevölkerung gibt unterbinden oder mehr noch Taliban abwerben, wie es auch schon gefordert wurde?

Die Bundesregierung hat darüber beraten und sich geeinigt. Man müsse Geld bereitstellen und die Taliban damit locken, da es nach Meinung der Bundesregierung viele so genannte Mitläufer unter ihnen gibt, denen es um Geld geht und nicht aufgrund religiöser oder nationalistischer Überzeugungen. Nun sollte man sich jedoch fragen woher diese Information stammt und wie die Bundesregierung in ihren Besitz gekommen ist. Auch ist es sehr gewagt diesen Aussteigern, wie man sie dann nennt, das Geld zu überlassen. Woher weiß man dass dieses Geld nicht wieder den Taliban zugeführt wird und diese damit Waffen und Ausrüstung finanzieren? Im Grunde riskiert die Bundesregierung eine Finanzierung der Taliban durch Steuergelder eines jeden Bundesbürgers und noch dazu den Tod weiterer Soldaten!

So würde sich der Fehler der USA, nämlich die Ausbildung von Terroristen durch die CIA, zur Zeit der russischen Besetzung Afghanistans wiederholen.

Wie wird es nach dem Abzug der internationalen Truppen in Afghanistan?

Diese Frage ist aus jetziger Sicht nicht zu beantworten, da es immer wieder eine Verlängerung des Aufenthalts gibt. Ferner haben die Taliban einen Verbündeten auf ihrer Seite den die internationalen Besatzungstruppen nicht haben und das ist Zeit. Also warum sollten sich die Taliban gleich erheben, wenn sie warten können bis sich ein Trugbild geschaffen hat das sie nach Abzug aller internationalen Truppenverbände mit einem Handstreich zerstören können.

Der Einsatz ist eine direkte Einmischung in ein Staatsgefüge für das sich bis 2001 niemand verantwortlich gefühlt hat.

Gez. Cesar

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