21.07.2010

Populärer als Elvis, bekannter als Jesus

Die Überschrift verspricht viel. Denn wer könnte die oben genannten Eigenschaften schon für sich beanspruchen. Es gibt wohl nur eine Person, die jenem Anspruch gerecht wird. Dieser Unaussprechliche flimmert jede Stunde, jeden Tag, sieben Mal die Woche über unsere Bildschirme und das Ironische dabei ist, dass er seinen Ruhm nicht seinen Anhängern, sondern seinen fanatischsten Gegnern verdankt. Denn sie lassen ihn leben und herrschen, obwohl er schon so viele Jahre tot ist. Es ist fast so, als wäre er aus den Tiefen der Hölle auferstanden, um die Welt ein weiteres Mal zu geißeln. Die Medien suchen in so genannten Schurkenstaaten verzweifelt nach Vergleichen, doch keiner kann dem Unaussprechlichen das Wasser reichen. Er ist der unumstrittene Herrscher über das Reich des Bösen, Vater allen Übels und Verführer der Verführbaren. Etliche Schauspieler versuchten bereits in seine Rolle zu schlüpfen, um einen kleinen Geschmack der absoluten, diabolischen Macht zu schmecken, die die Erwähnung seines Namens in uns auslöst. Man fragte dann immer: “Darf man ihn überhaupt vermenschlichen?”, was impliziert, der Unaussprechliche war kein Mensch, denn einen Menschen braucht man nicht zu vermenschlichen und die Vermenschlichung von Tieren ist nicht moralisch und sozialethisch verwerflich. So bleibt nur der Antimensch übrig, der Teufel, das ES, Scheitan, Luzifer, Adramelech, Ahpuch, Apollyon, Baphomet oder wie man ihn sonst noch nennt. Satan, der zweite Mann neben Gott. Obwohl seine menschliche Hülle nicht mehr existiert, fürchten die Mächtigen dieser Welt nichts mehr als seine Auferstehung, obwohl sie bisher durch Medien über ihn sehr gut verdient haben. Womit sollte das etablierte Geschichtsfernsehen überhaupt Interesse erregen, wenn nicht mit immer wieder den selben Geschichten über den Unaussprechlichen. Besonders in Deutschland lebt er in den Köpfen der Menschen weiter. Im StudiVz wurde sogar eine Gruppe gebildet, die ohne Grund seinen Namen nennt, woran man erkennt wie sehr sein Bildnis und sein Geist in das kollektive Gedächtnis der Menschen gebrannt wurde ohne dass sie wüssten warum, denn in der besagten Gruppe wird ganz eindeutig von “ohne Grund” gesprochen. Egal wo wir hingehen, überall wird über ihn geredet, überall ist er präsent. Ein Schicksal, welches viele seiner Zeitgenossen nicht teilen, obwohl sie doch die “besseren” Menschen waren. Wenn man sich öffentlich gegen ihn ausspricht, wird man mit Lob für Tapferkeit überschüttet, spricht man öffentlich über ihn ohne ihn im selben Atemzug zehnmal zu verwünschen, erntet man das Geschrei und Gezeter der Gutmenschen, die ihren Teufel als ewigen Sündenbock behalten wollen. Ein positives Wort würde den Sprecher zum ewigen Ketzer und Unmenschen degenerieren, zum schlimmsten, was die Hölle zu bieten hat : Zum Revisionisten. Auch heute noch kämpfen “die Mutigen und Anständigen” gegen sein Reich, welches vor so vielen Dekaden unterging. Nein, sie kapitulieren nie, sie kämpfen weiter auch wenn der Feind schon längst besiegt ist. Denn sein Reich ist zwar untergegangen aber immer noch existent: Unsichtbar und mächtiger als je zuvor.

 
Als Karthago gefallen war, ließen die Römer jedes Bildnis von Hannibal Barkas zerstören, um die Erinnerung an ihn für immer auszulöschen. Doch hat sein Geist und sein Vermächtnis trotzdem den Zahn der Zeit überlebt und ist in das kollektive Gedächtnis der Menschheit eingedrungen. Wie soll es erst mit dem Unaussprechlichen werden, dessen Bildnis heute mehr als zu seiner eigenen Zeit unser Alltagsbild bestimmt? So kann es wohl nur heißen: “Hannibal ante Portas!” Der Name ist hier jedoch variabel.

Gez. Hannibal

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