10.03.2010

Veganismus - eine neue Mode erobert das Land?

Gleich vorweg, dieser Beitrag ist keine Kritik an Vegetarismus oder Veganismus als solche, sondern vielmehr eine Kritik daran, wie von vielen Seiten versucht wird diese ethisch begründeten Lebenswege zu instrumentalisieren und sich damit das “Gefühl des besseren Menschen” zu kaufen. Gerade im Weltnetz sind etliche veganische Ideologien und Jugendkulturen zu finden. Par Exampel in der großen Netz-Gemeinschaft “MeinVZ” sind zahlreiche Gruppen und Profile, die mit ihrem neu gewonnenen Lebensweg prahlen und omnivor (fleischlich und pflanzlich ernährend), ja sogar Vegetarier als bösartig, dumm und ignorant betiteln. Ähnlich oberflächlich wird von der anderen Seite gekontert (Stichwort :“Wenn es kein Fleisch mehr gibt, esse ich Vegetarier“), die dann wiederum das Fleischessen als besonders erstrebenswert preisen. Als erstes ist festzustellen, dass jede Art von Veganismus oder Vegetarismus Luxus ist, denn es beinhaltet die freie Auswahl der Nahrungsmittel. Ein verhungerter Afrikaner beispielsweise kann sich derartige Prinzipchen nicht leisten. Auch ein Eskimo wird es sichtlich schwer haben, wenn er sich auf vegane Küche beschränken würde. Veganer lehnen das Nutzen von Tieren strikt ab. Zumindest glauben sie das…
Wenn man sich beispielsweise die veganischen Profile im Weltnetz ansieht, wird man Einträge wie “Gegen Speziesismus!” finden. Mit solchen Parolen wird gefordert, den Tieren die selben humanistischen Rechte wie den Menschen zuzubilligen. Der Haken an der Sache ist, dass gleiches Recht auch gleiche Pflicht mit einschließt, folglich würden dann sämtliche Raubtiere wegen Mordes vor Gericht stehen müssen. Der gesunde Menschenverstand verbietet ein solches Konstrukt selbstverständlich. Interessant bei solchen Profilen ist ebenfalls, dass man oftmals die Fotos der geliebten Haustiere dort wieder findet, zu denen ganz eindeutig karnivor (Fleisch fressende) lebende Arten wie Hunde, Katzen oder gar Schlangen gehören. Hier stellt sich natürlich die Frage, womit der Raubtierinstinkt dieser Vierbeiner gestillt wird und wie die Ernährung aussieht. Ebenfalls bemerkenswert ist, dass viele Veganer begeisterte Reiter sind, ob das Sattelzeug aus Hanf gefertigt ist, bleibt in ihren Profilen unbeantwortet. Noch dazu bleibt die Frage im Raum, warum es zwar als moralisch verwerflich angesehen wird, Tiere, nicht aber Pflanzen zu essen. Viele Botaniker bestätigen zum Beispiel, dass Pflanzen Schmerz empfinden können.

In der “veganischen Linken” ist noch ein besonderer Widerspruch zu finden: Zwar wird das Töten von Tieren als allgemein moralisch verwerflich angesehen, doch wird im selben Atemzug der Islam und das Judentum, welche als dubioses Ritual das Schächten praktizieren, als Erweiterung unserer Kultur angesehen. Das Schächten ist eine besonders grausame Art der Tiertötung in dem das Tier stundenlang ausgeblutet wird, da Islam und Judentum den Blutgenuss verbieten. Erstaunlicherweise hat man noch nie einen linken Veganer gegen das Schächten demonstrieren gesehen.

Was also ist dieser Veganismus und alle seine ihm folgenden Neologismen (Vegetanarchismus, Antispeziesismus etc.) wirklich? Der subkulturelle Veganismus ist kein Beitrag zum Naturschutz, da anstatt von natürlichen tierischen Erzeugnissen, synthetische, oftmals giftige Alternativen genutzt werden müssen (Stichwort: Klebstoff). Im anderen Fall wird der Veganismus (Stichwort: Sattelzeug) als nicht so ernst genommen und ist nur eine leere Hülse. Der Veganismus ist eine Modeerscheinung einer westlichen, übersatten Jugend, die nicht gelernt hat für das Dankbar zu sein, was die Natur uns gegeben hat, denn der Veganer wirft der Natur unsere Ernährung vor und stellt sich somit selbstherrlich über sie und den Rest der Menschheit (vielleicht ist hier der Neologismus Veganfaschismus passend).

Was sind die Alternativen?

Dieser Beitrag ist rein subjektiv und soll nicht das Essen von Fleisch befürworten. Im Gegenteil, der Entschluss, sich ausschließlich pflanzlich zu ernähren ist respektabel und zu guter Letzt gesund. Ihn jedoch zu benutzen um sich als ein besserer Mensch zu fühlen, bzw. den anderen als etwas schlechteres wahrzunehmen, ist ein Missbrauch eines edlen Entschlusses.

Doch dieser Lebensweg fordert wie jeder andere respektable Lebensweg Akzeptanz des anderen. Naturschutz beginnt im Kopf und nicht auf dem Teller. Das Bewusstsein, dass wir alle Teil der Natur sind , mit all ihrer Schönheit aber auch Grausamkeit, sollte der Wegweiser für den Schutz unserer Welt sein, nicht das Bestreben, ein Feindbild zu erschaffen. Wichtig ist es nicht nur gedankenlos zu konsumieren, was uns die Industrie vorsetzt, sondern darüber nachzudenken, wie wir die natürlichen Quellen erhalten können, die letzten Endes uns erhalten. Sich bewusst werden, dass Tiere und Pflanzen nicht bloß bereitgestelltes Futter für die vermeintliche “Krönung der Schöpfung” sind, sondern dass sie genauso zum Kreislauf der Natur gehören wie wir selbst auch und damit Achtung und Respekt verdienen. Die Natur benötigt kein veganisches Gutmenschentum, sondern einen wachen aufmerksamen Geist.

Gez. Hannibal

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